Der niederländischer EUxpress rollt an
Auch die Niederlande planen jetzt eine Art EuroPeers-Projekt. Wie weit seid Ihr mit den Vorbereitungen?
Christianne: Wir stehen noch ganz Anfang. Zurzeit sind wir eine Gruppe von rund 15 Leuten: Verantwortliche aus der Nationalagentur und ehemalige Freiwillige wie wir. Der Name des Projekts ist "EUxpress". Uns gibt es seit Oktober letzten Jahres. Inzwischen haben wir ein Logo, basteln an der Internetseite und auch die ersten Zielsetzungen stehen schon fest.
Und die lauten?
Theo-Henk: Zunächst mal wollen wir das Programm JUGEND IN AKTION in den Niederlanden bekannter machen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Jugendliche das Programm gar nicht kennen. Da müssen wir ansetzen. Unser erster Schritt lautet also Werbung.
Auf dem Jahrestreffen in Berlin habt Ihr viele erfahrene EuroPeers getroffen. Was könnt Ihr von ihnen lernen?
Christianne: Eine Menge. Die Strukturen hier sind mit denen bei uns zu Hause noch gar nicht vergleichbar. Es ist unglaublich, wie selbständig die EuroPeers ihre Projekte durchziehen. Und dann diese vorbildliche Motivation, sich untereinander immer wieder bei den eigenen Vorhaben zu helfen, das ist schon toll.
Theo-Henk: Da kann ich Christianne nur zustimmen. Die EuroPeers wollen was bewegen, das merkt man. Vielleicht kommen wir da auch hin. Aber wir sollten jetzt erst einmal den ersten Schritt machen, und das heißt: mit EUxpress bekannter werden. Danach können wir uns über größere Projekte Gedanken machen.
Wundert es Dich eigentlich, Theo, dass die Frauen bei den EuroPeers in Deutschland so in der Überzahl sind?
Theo-Henk (lacht): Sagen wir so. Ich fühle mich nicht unwohl. Aber im Ernst, in unseren Jugend-Projekten zu Hause sind die Frauen im Vergleich noch stärker vertreten.
Wie groß ist in den Niederlanden die Nachfrage nach Teamern aus dem EUxpress-Pool?
Theo-Henk: Wir bekommen jetzt immer schon mal Anrufe von der Nationalagentur. Wir werden gefragt, ob wir in Schulen gehen können, um das Programm JUGEND IN AKTION vorzustellen. Der Bedarf ist auf alle Fälle da. Ich denke, er wird in Zukunft noch zunehmen.
Christianne: Ändern muss sich aber vielleicht noch etwas in den Köpfen einiger Jugendlicher bei uns. Viele denken doch, sie kennen Europa ohnehin schon bestens. Die fragen uns dann, ob sie nicht vielleicht auch nach Südamerika gehen könnten. Da müssen wir ein bisschen gegensteuern.
Ihr selbst stammt aus Berufsfeldern, die man zunächst mal gar nicht so vermuten würde. Christianne studiert Medizin. Du, Theo, arbeitest als Trainee in einem Handelsbetrieb für Altpapier. Wer hat Euch auf Europa-Kurs gebracht?
Christianne: Eine Freundin meiner Schwester hat EVS gemacht. Es war also Zufall, dass ich davon gehört habe. Dann bekam ich selbst Lust und ging als Freiwillige nach Bozen in Südtirol. Dort habe ich in einem Pflegeheim die Freizeit für Jugendliche gestaltet.
Theo-Henk: Ich wollte unbedingt ein Jahr ins Ausland gehen. Ende 2007 war es dann soweit. Ich entschied mich für Arad in Rumänien und war als Freiwilliger in der Jugendorganisation "Millenium Center" beschäftigt. Die Frage, die ich dort immer wieder zu hören bekam, war dann: Wie viel Geld bekommst Du für Deine Arbeit? Viele konnten sich einfach nicht vorstellen, dass jemand in einem Land, das so niedrige Löhne zahlt, auch noch freiwillige Arbeit leistet.
Welche Projekte habt Ihr euch als "EUxpressler" für die Zukunft vorgenommen?
Theo-Henk: Ich denke, ich fang erst einmal ganz klein an. Eine Info-Veranstaltung in einer Schule, vielleicht mit 20 Schülern, das wäre das Beste.
Christianne: Bevor ich entscheide, will ich mir erst einmal noch ein bisschen von den EuroPeers abgucken. Mich interessiert vor allem, wie sie es – trotz geografischer Entfernungen – immer wieder schaffen, den Kontakt untereinander zu halten.
Theo-Henk: Und ich muss mich noch einmal schlau machen, wie man Jugendliche am besten für den EVS erreichen kann.
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Informationen zur niederländischen Nationalagentur finden Sie auf der Seite www.youthinaction.nl.



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